CHOREUTEN

So wie der Chor des antiken griechischen Theaters aus zwölf Darstellern bestand, so treten auch die Choreuten auf: Die Serie von zwölf Ringen bildet ein in sich geschlossenes System.
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Sie alle bestehen aus nur einer Grundform, wobei es je eine schmale und breitere Variante gibt, wovon jeweils Metall abgeschliffen wird. Dabei entstehen Flächen und Felder. Diese werden unterteilt, Linien werden gezogen, Kanten brechen hervor und werden gebrochen, Giebel steigen auf, Hügel heben sich. Gleichsam geometrische Landschaften entstehen, mit unterschiedlichsten Facetten und Charakteren.



Dem Betrachter obliegt es, die Unterschiede im System auszuloten, zu deuten, mit jedem Choreuten einen Dialog zu führen, ihn zu lesen und schließlich den persönlichsten Ring zu wählen. Fast nie ist es nach diesem Prozess der Annäherung jener, der auf den ersten Blick am besten gefallen hat.


Was erzählt die Geschichte von Perfektion schöner, als diese: Wenn ein neuer Choreut die Bühne betritt, muss ein anderer sie verlassen. Das bedeutet, die Serie wird ständig erweitert, doch die Zahl der 12 bleibt bestimmt.

Wenn ein frischer Choreut entsteht, scheidet ein anderer aus dem Chor und geht – das ist ein ultimatives Bekenntnis zur Qualität und die Abkehr von unersättlicher Quantität.



Die Choreuten entfernen sich von der Schmuckkonvention, Licht durch Verstärkungen in Szene zu setzen. Sie sind von der Dunkelheit her angedacht. In dieser Stille findet die Sprache ihren Ort. Durch ihre innere Ordnung zum formalen System beginnen die Ringe zu sprechen. Dabei sind sie jedoch nicht laut ans Publikum gewandt. Vielmehr verständigen sie sich im Gleichklang mit ihrem Träger. In einer Geheimsprache, die mit der Aneignung, mit der Aufnahme einer Beziehung entstanden ist.